Kein Rückgang der Todesfälle trotz intensiver Cholesterinsenkung

Führt eine intensive Behandlung der Cholesterinwerte zu einer Verringerung der Sterblichkeit, verglichen mit geringerer Behandlung? Keineswegs, wie eine Übersicht der vorhandenen wissenschaftlichen Arbeiten aus 11 Jahren zeigt. Die folgende Folie würde jüngst auf der Konferenz des American College of Cardiology präsentiert und von Dr. Harlan Krumholz, einem Kardiologen der Yale Universität, als Tweet verbreitet.

 

Deutlich intensivere Senkung des LDL-Cholesterins               & Tod durch Herzkrankheiten:                                  Keine erkennbaren Wirkungen auf CV Sterblichkeit

  1. Spalte: sechs verschiedene Studien, incl. Zusammenfassung
  2. Spalte: Untersuchungen in den Jahren 2004 – 20015
  3. Spalte: Anzahl der Teilnehmer, bei denen eine Behandlung der Cholesterinwerte mit hoher Intensität vorgenommen wurde (Summe 1540).
  4. Spalte: Anzahl der Teilnehmer mit weniger intensiver Cholesterinsenkung (Summe 1601).
  5. HR = Hazard Ratio. Diese Zahl sagt aus, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Ereignis im Vergleich zur Kontrollgruppe eintritt. Bewegt sich die Zahl um 1.0 kann keine Wahrscheinlichkeit festgestellt werden. Je näher sie der Zahl 0 liegt, desto wahrscheinlicher ist der Eintritt des Ereignisses. Der Durchschnitt dieser Studien lag bei 0,96.

Das wissenschaftliche Review von 6 Studien, das den Ärzten präsentiert wurde, kommt zur Ansicht, dass eine intensive medikamentöse Behandlung der Cholesterinwerte, vor allem die Absenkung des "bösen" LDL Cholesterins, zu keiner niedrigeren Sterberate führt, als bei weniger intensiver Behandlung der Blutfette.

Der Einsatz von Cholesterinsenkern hat oft gravierende Auswirkungen auf die Lebensqualität, wie Muskelschmerzen, Energielosigkeit oder sogar Diabetes Typ-2. Nach vielen neuen Studien, die nicht von den Pharmaproduzenten finanziert wurden, drängt sich die dringende Frage auf, ob nicht jahrzehntelang der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben wurde. Für die Pharmabranche hat es sich allemal gelohnt, nicht aber für den Großteil der Patienten. Außer Spesen nichts gewesen, kann man nur bedauernd feststellen.

 

 

Wenn schon mehr Medikamente keine Lösung bringen, was dann? Vielleicht sollte man mehr auf metabolische Risikofaktoren achten und den Lebensstil verändern? Das Gesamtcholesterin ist vernachlässigbar, wenn mehr vom "guten" Cholesterin (HDL) vorhanden ist, niedrige Blutzuckerspiegel sind durch Ernährungsumstellung erreichbar, was sich auf Blutdruck und Gewicht positiv auswirkt. Dabei wäre Low Carb oft schon ein einfacher Weg! Bei einem fortgeschrittenen metabolischen Syndrom mit Diabetes Typ-2 wird man die Kohlenhydrate stärker reduzieren (LCHF) und Fastenperioden einbauen müssen.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0