Eine Ärztin rüttelt an Dogma

Dr. Priyanka Wali betreibt erst seit zwei Jahren eine ärztliche Praxis für interne Medizin in San Francisco, Kalifornien. 90 % ihrer Patienten kommen wegen eines metabolischen Syndroms, mit Übergewicht und Diabetes, zu ihr.

 Wie jede gute Ärztin hielt sie sich an die Leitlinien und verschrieb Medikamente. Als sie merkte, dass sie damit den Patienten nicht helfen konnte, machte sie sich auf die Suche nach besseren Lösungen und landete bei Low-Carb High Fat.

Dr. Andreas Eenfeldt hat Dr. Wali interviewt. Hier geht es zu einer 2-minütigen Kurzfassung. Das gesamte Interview ist für Mitglieder auf der Seite von DietDoctor zu sehen (ein Probemonat gratis, anschließend € 9,- pro Monat). Das Interview ist auf Englisch mit Untertiteln und daher gut zu verstehen.

Zum Transkript des unentgeltlichen Beitrages:

Übersetzt von Robert Schönauer

 

Dr. Wali:

Ich hatte das Gefühl, ich konnte den Patienten nicht weiter helfen….

 

Es war, als ob ich ein Rad in Gang halten müsste und das ergab keinen Sinn für mich.

 

Somit steckte ich meine Fühler nach anderen Menschen aus, von denen ich hoffte, sie haben eine bessere Ausbildung als ich.

 

Nach vielen Gesprächen stieß ich endlich auf wichtige Unterlagen, wie den Studien von Dr. Eric Westman. Und es öffnete sich eine große Box voller wertvoller Juwelen.

 

Ich erinnere mich an den Moment als ich in diese Box schaute und die HOMA-IR Scores (Messmethode für Insulinspiegel im Blut) sah und dazu die statistische Signifikanz verglich: Das Insulin ist genau genommen viel besser zur Vorhersage einer Atherosklerose geeignet als das LDL-Cholesterin oder der HbA1c Wert am Hämoglobin

 

Es begann bei mir zu dämmern, was ist da los? Moment, das ist ja von großer Bedeutung. Warum ist das nicht…. Warum wissen das die Menschen nicht? Das ist ja ganz entscheidend. Ich erinnere mich, von diesem Tag an begann ich meine ärztliche Praxis zu überdenken.

 

Jetzt  legt sie den Patienten immer wieder nahe, eine Low-Carb High-Fat Diät zu praktizieren.

Ihre Erfahrungen und was Dr. Wali bewegt diesen Weg zu beschreiten, gibt sie im Interview mit Dr. Eenfeldt preis. Hier eine Zusammenfassung des gesamten Interviews:

Ärzte als Analphabeten in Sachen Ernährung

In den vier Jahren des Studiums gab es nicht mehr als eine Unterrichtseinheit über Ernährung. Darin erkennt sie die Ursachen für die herrschende Epidemie des Übergewichts, denn die Ärzte besitzen kein Basiswissen über Ernährung. Sie fordert eine dringende Änderung.

Eine Vegetarierin im Selbstversuch

Die Idee, die Menschen auf eine fettreiche Ernährung zu setzen war auch für sie zu radikal. Daher hat sie ein Selbstexperiment mit der ketogenen Diät durchgeführt. Bis dahin war sie zehn Jahre lang Lakto-Vegetarierin. Zur Erklärung: Lakto Vegetarier essen kein Fleisch, keinen Fisch und keine Eier. Sie essen zu ihrer pflanzlichen Kost aber Milchprodukte. Alles aus der Überzeugung, dass dies die gesündeste Ernährung sei, besonders für das Herz, wie es aus den Richtlinien der American Heart Association hervorging.

Der Selbstversuch führte zu bedeutenden Verbesserungen der Gesundheit, mit der Hoffnung, da könnte auf Dauer noch mehr drinnen stecken.

Nachdem sie auch mit den  wissenschaftlichen Daten vertraut war, begann sich ihre Arbeit total zu ändern.

Mehr Lebensqualität

Selbst hatte sie kein Problem mit dem Gewicht. Sie erzählt, dass sich die Fettverteilung änderte. Das Fett am Bauch wanderte zu den Brüsten und zum Gesäß. Die Gedanken wurden klarer und mentale Stimmungsschwankungen verschwanden. Das allerbeste aber war, dass der Hunger einfach verschwand. Das bedeutete für sie eine gewaltige Verbesserung ihrer persönlichen Lebensqualität.

Über das Verhältnis zu ihren Kollegen

Über verächtliche Bemerkungen mancher Kollegen sieht sie hinweg. Einige Kollegen haben bereits ihre Ansichten geändert. Ein Kollege, der schon in Pension gehen wollte, hat sich ihr angeschlossen und arbeitet auf diesem hoffnungsvollen Weg weiter.

Sie geht Auseinandersetzungen aus dem Weg. Die Studien sprechen ohnehin für sich und sie fühlt sich nicht berufen, jemanden zu missionieren. Leider besteht ein starres Dogma in dieser Community.

Das System der Unterwerfung

Autoritäten darf man nicht in Frage stellen. Davon lebt das System. Vom ersten Tag an lernt der Medizinstudent ein System kennen, wo er ganz unten als armseliges Würstchen beginnt und sich nach oben arbeiten muss. Dort sitzen Halbgötter, die man nicht hinterfragen darf. Sie vergleicht das Ganze mit einer militärischen Ausbildung. Im untersten Rang  spricht man nicht ungefragt, man hinterfragt die Autorität nicht, man folgt den Regeln, man tanzt nicht aus der Reihe. Man macht seinen Weg an die Spitze, erst dann hat  man das Recht etwas zu sagen.

In diesem System besteht für Fragen kein Platz hat. Das ist genau der Weg in den Untergang einer Wissenschaft.

 

Man lernt nicht aufzufallen, denn je ruhiger man sich verhält, desto erfolgreicher kann man im System werden. Da sie sich entschieden hat, das System zu verlassen, kann sie eine Medizin leben, die sie als ethisch korrekt empfindet. Sie kann mit möglichen Konsequenzen leben, denn sie tut, was dem Gefühl nach das Richtige ist. Erfolg in ihrem Sinn ist, wenn sie einen Betrag zur Gesundheit ihrer Patienten leistet.

Das Rütteln an Dogmen hat begonnen

Die einzige Möglichkeit die breite Masse erfolgreich zu behandeln, bestünde in der Änderung der offiziellen Ernährungsempfehlungen. Die Mehrheit der Ärzte, die im System tätig sind, tun was ihnen gesagt wird und sie erwarten, dass man ihnen sagt, was sie zu tun haben.

 

Die Ernährungsempfehlungen der amerikanischen Diabetesorganisation sind falsch, daher müssen sie sich ändern.

Im System gibt es viel Korruption. Damit eine Lobby die Meinung ändert, muss man Geld locker machen. Es geht nur, wenn die größten industriellen Organisationen von einem Wandel profitieren würden….

Ja, eigentlich wären die Ärzte für die Leitlinien zuständig.

 

Selbst hat sie mit den gesetzlichen Vertretern von Kalifornien Gespräche geführt, um in der medizinischen Ausbildung eine Änderung zu  bewirken.

 

Es liegt an uns, wie Dr. Wali sagt,  „wie lange es noch dauern wird, bis es zu einer Änderung der Dogmen kommt“.

 

Wenn sich morgen die Ausbildung an den Universitäten ändern sollte, kann es immer noch 10 Jahre dauern, bis die ersten Ärzte in der Praxis ankommen. Das ist aber sehr optimistisch.

 

Das gesamte Interview auf Englisch unter

 https://www.dietdoctor.com/challenging-the-dogma        

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Kommentare: 14
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