Für Sie gelesen: Der VEGGIE WAHN von Ulrich Neumeister

Nur der Buchtitel hinterlässt den Eindruck, dass hier eine Abrechnung mit dem Vegetarismus vorliegt. Wer von den Seitenhieben auf Veganer und Vegetarier absieht, entdeckt ein großartiges Ernährungsbuch, das viele gängige Ratschläge ins Reich der Mythen versetzt. Das Buch zeigt auf, wie es gelungen ist, dass der Vegetarismus einen Platz in der Mitte unserer Gesellschaft gefunden hat. Denn die fleischlose Ernährung erfüllt die Ernährungsempfehlungen der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) am genauesten. Sie soll das Klima retten, vor Krebs schützen, Herzkreislaufkrankheiten vermeiden helfen und das Leid in der Tierhaltung beenden. Wie der Stoffwechsel auf all diese Ratschläge reagiert und an welche Nahrung der Körper angepasst ist, das sind die eigentlich wichtigen Fragen, die von Ulrich Neumeister angesprochen werden.

 

Ulrich Neumeister gibt sich als ehemaliger Vegetarier zu erkennen, der mit einer an Paleo orientierten, fettreichen Ernährung wieder voll im Leben Fuß gefasst hat. Er hat die vorhandene Literatur kritisch durchleuchtet und festgestellt, dass weder eine „ausgewogene“ Mischkost, noch die rein pflanzliche Ernährung für den Menschen und seine Gesundheit geeignet sind.

 

Damit landet er bei den Kohlenhydraten und der Fettangst, den größten Problemzonen  unserer westlichen Ernährung. Alle Normalesser, die auf Ausgewogenheit achten, sind gefährdet in diese Falle zu tappen, nicht nur Veganer und Vegetarier. Noch dazu mit dauernder Bestätigung durch Massenmedien, Gesundheitsorganisationen und einem Teil der Wissenschaft.

 

Für alle, die den Wert  einer kohlenhydratarmen Kost kennen gelernt haben, ist dieses Buch Bestätigung und Erklärung der Stoffwechelmechanismen.

 

Für unsichere und zweifelnde Pflanzenköstler kann es eine Hilfe sein, die Ansichten der Gegenseite kennen zu lernen um sie bei einer Ernährungsumstellung anzuwenden. Allerdings ist es unvorstellbar, dass ein „eingefleischter“ Veggie von einem Tag auf den anderen auf den LCHF/PALEO Zug aufspringt. Ein großer Schritt wäre schon getan, wenn Vegetarier die Angst vor tierischen Fetten ablegen könnten und einfach mehr Butter, fetten Käse, Sahne und Eier essen würden. Mit dem mehr an Energie ändert sich auch der Geschmack und ermutigt zu weiteren Schritten.

 

Warum das gesund ist und Energieschübe auslöst, ist im Buch von Ulrich Neumeister leicht verständlich erklärt. Auf Amazon können Sie einen Blick ins Buch werfen und einige Kapitel lesen.

 

Gerne hätte ich mehr über den Autor Ulrich Neumeister erfahren. Der Übergang vom Vegetarier zum Paleoköstler kann nicht einfach gewesen und geradlinig verlaufen sein. Hatte er Vorbilder, wie lang hat es gedauert? Eines wird beim Lesen klar: Der österreichische Arzt Dr. Wolfgang Lutz hat mit seinem Buch „Leben ohne Brot“ maßgeblich zur seiner persönlichen Ernährungsrevolution beigetragen.

 

Schade dass nicht mehr über die journalistische und wissenschaftliche Arbeit von Ulrich Neumeister bekannt ist. Wir würden uns freuen, mehr über ihn selbst und seine Tätigkeit zu erfahren. Für den Frühling hat er ein Interview auf meinem Blog „Alles in Butter: echt-fett“ versprochen. Wir freuen uns auf seine wertvollen Beiträge zur Diskussion.

 

Robert Schönauer

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