Alles in Butter, laut einer aktuellen Studie

 

Die Annahme, dass Butter und andere tierische Fette, die überwiegend gesättigte Fettsäuren enthalten, das Risiko für Herz- und Gefäßkrankheiten erhöhen, hat sich wieder einmal nicht bestätigt.

 

Die Suche nach Evidenz für den Zusammenhang von Butterverzehr und einem Risiko für Herz- und Gefäßkrankheiten, Diabetes und Gesamtsterblichkeit blieb ohne Ergebnis.

Ergebnis der Studie, frei zugänglich im Wissenschaftsjournal PLOS.

PLOS ist eine  öffentliche wissenschaftliche Bibliothek und steht für Public Library of Science. Sie ist eine Non-Profit Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, wissenschaftliche Arbeiten und medizinische Literatur der Öffentlichkeit frei zur Verfügung zu stellen.

"Die Gesamtsterblichkeit der Gruppen, die Butter aßen, stieg nicht signifikant an. Das Diabetesrisiko sank minimal. Die Unterschiede fielen so geringfügig, bzw. nichtssagend aus, dass die Autoren zum Schluss kamen, Ernährungsempfehlungen sollten Aussagen über den Butterverzehr unterlassen".

 

Auch wenn Butter oder andere tierische Fette bisweilen den Cholesterinspiegel erhöhen, was im Alter häufig stattfindet, sagt das noch lange nichts über Herzkrankheiten oder Sterberisiko aus.

 

 Diese Studie weist auf etwas Entscheidendes hin: Menschen, die sich frei von Fettangst ernähren, gehen kein größeres Risiko ein, als Menschen, die sich bemühen, fettarm zu essen.

 

Weltweit wird untersucht, ob eine fettreiche Ernährung das Diabetesrisiko senken und zur Gewichtsreduktion beitragen könnte. Die rauchende Pistole wird man nicht so schnell finden, aber eines wird immer deutlicher: die Empfehlungen der letzten 50 Jahre, fettarm und überwiegend Kohlenhydrate zu essen, hat uns die Epidemie aus Übergewicht samt Folgekrankheiten beschert.

Die Krux mit den Studien

Die aktuelle Studie bestand aus einem systematischen Review (Auswahl von Studien nach bestimmten Kriterien) und einer Metaanalyse (Auswertung von statischen Daten aus diesen Studien).

Ausgewählt wurden prospektive Studien, d.h. am Beginn der Untersuchung standen die Versuchspersonen und die Fragestellungen fest. 

So kamen 9 Studien aus 15 Ländern mit 636.151 Teilnehmern in Betracht.

Diese Übersichtsarbeit gehört zu den Beobachtungsstudien, die erst durch Interventionsstudien abgesichert werden müssen, in denen kausale Zusammenhänge zwischen Ursache und Wirkung erforscht werden.

 

Leider sind für ein derartiges Thema Interventionsstudien kaum möglich: Zwei Gruppen müssten sich identisch ernähren. Mit nur einem Unterschied: eine Gruppe isst Butter, die andere verzichtet darauf komplett und verwendet pflanzliche Öle. Nur so könnte man wirklich einen ursächlichen Zusammenhang von Butterverzehr und Krankheiten nachweisen. Das auch nur, wenn ein derartiger Test über lange Zeit mit vielen Menschen stattfinden könnte. Die Kontrolle von vielen Menschen über so lange Zeit ist unzumutbar.

 

Es wäre aber möglich, auf Menschen zu hören, die schon viele Jahre Pflanzenöle einschränken und tierische, gesättigte Fette zur wichtigsten Quelle machen. Wie sieht es bei diesen mit Atherosklerose und Schlaganfällen aus?

Wie sagte ein Herzspezialist und Univ.-Prof. bei meiner Angiographie (Herzkatheter): „Sie können weiter Ihr Fett essen, Ihre Herzkranzgefäße sehen sehr gut aus“. Der Arzt wusste, dass ich mich bereits seit 6 Jahren Low Carb und High Fat ernährt hatte.

Robert Schönauer

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