Anleitung zum Übergewicht!

Eine Studie aus Schottland will uns weismachen, dass Fertignahrung für Kleinkinder grundsätzlich gesünder sei, als selbst Gekochtes. Beanstandet wird der höhere Fettgehalt bei Hausmannskost im Vergleich zu Industrienahrung.

 

Würden Sie in die Babymahlzeit zwei bis vier Stück Würfelzucker beimischen, um ihren Säugling zu mehr Essen zu bewegen? Wahrscheinlich nicht. Die Hersteller von Babykost tun das. „Fett raus und Zucker“ rein hat uns die Epidemie des Übergewichts beschehrt, die immer mehr auf Kinder und Jugendliche übergreift. So manche Wissenschaft kann auf Fördermittel der Nahrungsmittelindustrie zugreifen, wenn sie das ihr passende Ergebnis liefert.

Empfohlene Fertignahrung enthält viel zuviel Zucker der den Namen "Kohlenhydrate" trägt!

Die Forscher verglichen, welche Mahlzeiten eher den offiziellen Ernährungsrichtlinien für Säuglinge und Kleinkinder entsprechen: hausgemachte Mahlzeiten oder  kommerzielle Fertiggerichte. Ab dem 6. Lebensmonat kann bekanntlich mit fester Nahrung begonnen werden. In der Studie der Health Services Research Unit an der Universität Aberdeen wurden Nährstoffinhalte, der Preis und die Vielfalt an verwendeten Lebensmitteln untersucht. 278 im Handel angebotene Fertiggerichte wurden mit 408 Rezepten aus Kochbüchern für Säuglings- und Kleinkinderkost verglichen. Siehe Artikel im DerStandard.

Was schlossen die Forscher aus den erhobenen Daten? Hausgemachtes ist zwar billiger aber schlechter….

„Die Mehrheit der kommerziell hergestellten Mahlzeiten liefern  energiedichte Speisen mit größerer Vielfalt an Gemüse pro Mahlzeit, im Gegensatz zu selbst zubereiteten Mahlzeiten. Häuslich zubereitete Rezepte waren zwar billiger, die Mehrheit jedoch überschritt die Empfehlungen für Energie und Fett“.

Conclusions The majority of commercial meals provided an energy-dense meal with greater vegetable variety per meal to their home-cooked counterparts. Home-cooked recipes provided a cheaper meal option, however the majority exceeded recommendations for energy and fats.

 Zur Studie

Eine tragische Unkenntnis mit fatalen Folgen

Dass die offiziellen Empfehlungen zur Ernährung die Ursache des Übels sein könnten, kommt den Forschern und den Journalisten, die diese Meldung verbreiten, nicht in den Sinn. Hausmannskost kümmert sich bekanntlich nicht um Empfehlungen der staatlichen Kommissionen. Zum Wohl unserer Kinder aber zum Nachteil der Hersteller. In vielen Familien weiß man noch, dass Butter und Sahne in Kindernahrung besser satt macht als Zucker, egal in welcher Form. Ein Übermaß an Kohlenhydraten, der Hauptbestandteil der fertigen Kinderportionen, erhöhen den Blutzucker schon bei den Kleinsten.  Zuviel Glukose (Blutzucker) ist hauptverantwortlich für Übergewicht. Wir sehen das am deutlichsten, wenn wir gleichaltrige Kleinkinder vergleichen. Alle bewegen sich gerne und viel, einige von ihnen werden aber schon in früheren Jahren pummelig. Kinder mit empfindlichen Rezeptoren für das Hormon Insulin, das die Zuckeraufnahme in den Zellen regelt, neigen eher zu Übergewicht, als andere. Die Ursachen für Übergewicht im Kindes- und Jugendalter sind klar. Leider werden sie in der öffentlichen Meinung nicht entsprechend wahr genommen. Zu groß ist der Einfluss von Lebensmittelindustrie auf die Forschung, Medien und staatliche Institutionen.

 

Erinnern wir uns an die 1960-er Jahre. Damals wurden wissenschaftliche Erkenntnisse in den Raum gestellt, dass Flaschennahrung besser für die Säuglinge wäre, als stillen. Argumente? Frei von Chemikalien, Sauberkeit, Überprüfbarkeit der Menge, etc. Lang hat es gedauert, bis die Mütter wieder zum Stillen motiviert wurden. Nichts ist besser als die Muttermilch, die reich an gesättigten Fettsäuren ist. Jene Fette, die von der Wissenschaft wegen ihres tierischen Ursprungs immer wieder verdammt werden. Wollen wir unseren Liebsten vorenthalten, was die Natur für sie zur Verfügung stellt? In einigen Jahren wird man über Studien wie diese nur mehr den Kopf schütteln.                                                                                                       

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Nadja (Freitag, 12 August 2016 13:03)

    Wahnsinn! Gesunder Menschenverstand im Sinne des Kommerzes komplett ausgeschaltet. Hoffentlich landet dieser Unfug nicht wieder in den bunten Gazetten, die dann jede Mutter im Wartezimmer des behandelnden Arztes greift. Ok, die Hoffnung stirbt auch bei mir zuletzt...