Paradigmenwechsel für Diabetiker: Fett besser als Kohlenhydrate!

Lange Zeit, allzu lange, riet man Diabetikern fettarm zu essen und langsam verdauliche Kohlenhydrate einzunehmen. Jetzt werden die Aufrufe zum Umdenken immer lauter. Medizinische Ratgeber, auch online, können nicht mehr verheimlichen, dass man jahrzehntelang einem großen Irrtum aufgesessen ist.

 

Leider wird in Medien immer noch die Meinung vertreten, Ursache für Diabetes sei zu fettreiche Ernährung. In Wahrheit sind es Kohlenhydrate, die den Blutzucker in die Höhe treiben und mit der Zeit eine Insulinresistenz zurücklassen. Nahrungsfett hält den Blutzucker niedrig. Nahrungsfett ohne Kohlenhydrate zu sich genommen, bildet kein Körperfett. Diese Ansicht beginnt sich langsam durchzusetzen.

Daher gerät das Insulin immer mehr in den Mittelpunkt der wissenschafltichen Forschung. Insulinresistenz ist die zentrale Ursache für Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes. Über die Zusammenhänge zwischen immer wiederkehrenden Blutzuckerspitzen und Insulinresistenz sollten Diabetiker Bescheid wissen.

Kurz gefasst: Wie entsteht Insulinresistenz?

Das Hormon Insulin, wird in der Bauchspeicheldrüse ausgeschüttet, wenn Kohlenhydrate auf dem Weg der Verdauung zu Glukose (Traubenzucker) zerlegt werden.

 

Insulin hat die Aufgabe, diese Glukose aus dem Blut zu entfernen und dorthin zu bringen, wo sie benötigt wird: in Muskelzellen und Organe. Es wäre lebensbedrohlich, wenn dies nicht funktionieren würde, wie bei Menschen mit Diabetes Typ-1 (Totalausfall des Hormons Insulin). Gewisse Speisen, wie hoch verarbeitete Kohlenhydrate, führen zu immer wiederkehrenden Blutzuckerspitzen. Dadurch ist die Bauchspeicheldrüse gefordert, mehr von diesem Hormon in den Blutkreislauf zu schicken. Das Insulin schafft es lange Zeit, den Zucker dorthin zu befördern, wo er als Brennstoff benötigt wird: in die Zellen von Muskeln und Organen.

 

Über längere Zeit mag dieser Prozess bei vielen Menschen, vor allem jüngeren Alters, recht gut funktionieren. Leider lässt die Wirkung des Insulins im Laufe des Lebens nach. Heutzutage auch schon bei sehr jungen Menschen. Bei nachlassender Insulinwirkung findet die Glukose nicht mehr den Weg in die Zellen. Stattdessen sorgt das Insulin dafür, dass die Glukose als Körperfett gespeichert wird.

 

Wenn die Zellen auf das Insulin immer schlechter bis kaum mehr ansprechen (und der Blutzucker nicht mehr verwertet wird), sprechen wir von Insulinresistenz. Dies ist die zu Grunde liegende Krankheit. Sie stellt sich schleichend ein. Man merkt sie, wenn das Köpergewicht, vor allem der Bauchumfang, langsam ansteigt.

 

Jetzt ist es höchste Zeit zu reagieren. Keine Nahrung mehr zu sich nehmen, die den Blutzuckerspiegel stark anhebt. Wie die Forschung schon längst erkannt hat, ist das eine fettbetonte und kohlenhydratarme Ernährung. Alle Arten von Zucker, Fruktose und Süßstoffe sind problematisch und verzichtbar. Hat sich eine Insulinresistenz einmal manifestiert, ist eine Ernährung geboten, die den Blutzucker senkt.

INSULINRESISTENZ gilt als die tatsächliche Ursache für das Entgleisen des Stoffwechsels und aller folgenden metabolischen Krankheiten, wie Diabetes und Herzkreislaufkrankheiten. Dass diese durch Ernährungs- und Lebensstiländerung gut behandelbar sind, ja sogar vermieden werden können, zeigen zahlreiche aktuelle Studien, wie diese von Prof. Fumiaki Imamura von der University of Cambridge. Zur Studie.

 

In ihr wird gezeigt, dass Diabetiker gut beraten sind, mehr natürliche, gering verarbeitete Fette zu essen und von Kohlenhydraten, speziell in ihrer hoch verarbeiteten Form, wie Weißmehl, Abstand zu nehmen. Leider werden Diabetiker zu rasch mit Medikamenten versorgt, die nur die Symptome lindern und den Verlauf verzögern. Den Ursachen aber wird nicht auf den Grund gegangen.

In ihr wird zusammengefasst:

„Schlussfolgerung: Diese systematische Übersicht und Meta-Analyse liefert neue quantitative Beweise über die Wirkung großer Mengen von Nahrungsfett und Kohlenhydraten auf die Glukose - Insulin Homöostase. Die Ergebnisse bestärken Ernährungsratschläge in Richtung Steigerung des Verzehrs von einfach ungesättigten Fettsäuren (MUFA)  zur Verbesserung des Blutzuckerspiegels und der Insulinresistenz, mit möglicherweise stärkeren Wirkungen bei Patienten mit Typ-2 Diabetes. Eine vermehrte Einnahme von mehrfach ungesättigten Fettsäuren (PUFA) verbessert auch bei der Gesamtbevölkerung die Kontrolle des Langzeitblutzuckers, der Insulinresistenz und der Kapazität der Insulinsekretion, wenn damit eine Verringerung der gesättigten Fettsäuren (SFA) oder Kohlenhydrate verbunden ist. Diese Studienergebnisse unterstützen Informationen im Rahmen des öffentliche Gesundheitswesens, sowie klinische Ernährungsempfehlungen zur Verbesserung der metabolischen Gesundheit“.

Originaltext englisch: "In conclusion, this systematic review and meta-analysis provides novel quantitative evidence for effects of major dietary fats and carbohydrate on glucose-insulin homeostasis. The results support guidelines to increase MUFA intake to improve glycaemia and insulin resistance, with possibly stronger effects among patients with type 2 diabetes, and to increase PUFA intake in the general population to improve long-term glycaemic control, insulin resistance, and insulin secretion capacity, in place of SFA or carbohydrate. These findings help inform public health and clinical dietary guidelines to improve metabolic health".

 

Eine inhaltliche Diskussion und Bewertung der Studie finden Sie unter www.netdoktor.de.

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