Lieber ein BREAD-EXIT als ein BREXIT

Es rumort im Vereinigten Königreich. Ob die Briten bei der EU bleiben, wird in wenigen Tagen in einer Volksabstimmung entschieden. Die Folgen eines BREXIT sind ungewiss und unvorhersehbar. Das Brot wegzulassen und Getreideprodukte zu vermeiden, der BREAD-EXIT, hat aber eindeutig positive Wirkung für den Großteil der Bevölkerung:

In keinem anderen Land Europas erregt die Ernährungsfrage so sehr die Bewohner wie in Großbritannien.

Übergewicht, Fettleibigkeit, Diabetes, Herzkrankheiten,  sind nirgendwo so häufig, wie im UK. Ärzte und Gesundheitsorganisationen haben den Kampf mit den Behörden und der Lebensmittelindustrie aufgenommen.

Immer häufiger wird das gängige Ernährungsmodell in Frage gestellt. Die Medien greifen das Thema auf und zitieren anerkannte Wissenschaftler, die sehr deutlich fordern, nicht das Fett, sondern den Zucker – vor allem den versteckten Zucker – als Gesundheitsgefahr zu erkennen.

Eine harmlose Zuckersteuer wurde mit Wirkung ab 2018 beschlossen und gilt als Tropfen auf den heißen Stein. (Blog)

Die Regierung beauftragt eine Expertengruppe zur Überprüfung der Ernährungsempfehlungen, nachdem in der Öffentlichkeit Kritik an den „fettarmen“ Anweisungen laut geworden waren. Eine Stellungnahme wird in ca. einem Jahr erwartet. Zahlreiche Medien haben berichtet, u.a. auch

The Sunday Times, vom 12. Juni 2016

Die Landesweite Diabetesorganisation www.diabetes.co.uk probt neuerlich den Aufstand. Mit Hilfe von Low-Carb Programmen wird dem Typ-2 Diabetes der Kampf angesagt. Die Organisation bietet  ein 10 Wochen Programm mit kohlenhydratarmer Ernährung an, das mit Hilfe von 20 000 Menschen mit Typ-2 Diabetes und gestützt auf neueste wissenschaftliche Daten entwickelt wurde. Sie verspricht: „Der Nutzen einer Low-Carb Ernährung besteht in niedrigerem Blutzucker, geringerer Abhängigkeit von Medikamenten und verbessertem Cholesterinspiegel."

Hier geht’s zur kostenlosenTeilnahme an diesem englisch sprachigen Programm:

https://www.diabetes.co.uk/lowcarb/

Diese-Aktion war das Startsignal für eine Online Petition, die einem Aufstand der Mitglieder gleichkam. 120 000 Unterzeichner erhoben die Forderung nach „Low-Carb“ Ernährungsplänen.

Durch unübersehbaren Erfahrungen von zigtausenden Diabetikern, gepaart mit dem aktuellen Stand der Wissenschaft, steigt der Druck auf die Gesundheitsbehörden zur Änderung der offiziellen Ernährungsrichtlinien. Das britische Diabetes Forum www.diabetes.co.uk steht hinter dieser Volksbewegung.

Zu beachten ist, dass dieses Programm einen sehr großzügigen Einsatz von Kohlenhydraten ermöglicht. Zugelassen sind täglich rund 100 Gramm Kohlenhydrate pro Tag. Recht gut, aber noch nicht der bestmögliche Weg. Diese 100 Gramm täglich sind auch im Sinne der LOGI Methode, die u.a. von Dr. Nikolaus Worm vertreten wird. Um noch größere Wirkung auf das Gewicht und Blutzucker zu erzielen, können die Kohlenhydrate deutlicher gesenkt werden, eventuell bis auf 20 Gramm täglich, wobei der Anteil an natürlichen Fetten entsprechend erhöht werden muss.

 

Erst im März des Jahres hat das britische Gesundheitsministerium "The eatwell plate" veröffentlicht und bereits jetzt setzt heftige Kritik ein. Prof. Dr. Zoe Harcombe, Professorin an der University West of Scotland, fasst zusammen, was eine ganze Reihe von Wissenschaftler öffentlich ausdrücken: Der „EatWell Guide wurde trotz fehlender Evidenz ungeprüft übernommen, daher sollte man das Werk lieber EatBadly Guide nennen.

In Mail Online vom 13. Juni 2016

 

Dr. Harcombe kritisiert, dass die Hälfte der Experten bei der Ausarbeitung des eatwell plate von der Lebensmittelindustrie abhängig waren.

 

In unseren Breiten würde man eine Schlagzeile wie diese, erschienen im Dailymail, ins Reich der Verschwörungstheorien verbannen:

"Die  regierungsamtliche Aussage, kohlenhydratreiches Essen als gesund zu empfehlen, kann die URSACHE für Übergewicht und Type-2 Diabetes sein, behauptet eine Ernährungswissenschaftlerin."

Read more: http://www.dailymail.co.uk/health/article-3639441/The-Government-s-carb-heavy-healthy-eating-guide-CAUSING-obesity-type-2-diabetes-nutritionist-claims.html#ixzz4C7yLbzi0

Lieber BREADEXIT als BREXIT

Aus dem Vereinigten Königreich erreichen uns dieser Tage auch Meldungen, die hoffnungsvoll klingen. Dort führen Problemsituationen zu ganz überraschenden Entwicklungen, die uns auf dem Kontinent in Staunen versetzen können!

Aus der EU kann man austreten, aus der Ernährung aber nicht. In beiden Fällen müssen wir überprüfen, was wir im großen Europa vorgesetzt bekommen. Great Britain, don´t leave, let´s move together!

 

Wo sind hierzulande Diabetesorganisationen, die sich gegen Leitlinien und für die Patienten öffentlich exponieren?

Es ist zu hoffen, dass die Inselbürger mit ihrer rebellischen Haltung uns Kontinentaleuropäern noch öfter den Weg weisen. In Sachen Übergewicht liegt das UK im europäischen Spitzenfeld. Daher ist auch der Beginn einer Auflehnung auf der Insel am ehesten wahrscheinlich. Muss es bei uns auch soweit kommen, bis ein Umdenken erfolgt? Es sieht beinahe so aus.

 

Der BREADEXIT benötigt keine Volksabstimmung. Die Entscheidung liegt ganz alleine bei Dir!

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