Neue Studie: Salzarme Ernährung kann gefährlich sein!

Achtung: Eine Reduktion von Salz gilt nur für Menschen mit hohem Blutdruck.

Zusammenfassung der Studie:

 Eine große weltweite Studie hat herausgefunden, dass im Gegensatz zur  verbreiteten Meinung, eine salzarme Ernährung nicht günstig ist und  tatsächlich das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen (Cardiovascular Disease, CVD) und Todesfälle erhöht, verglichen mit Personen, die einen durchschnittlichem Salzkonsum bevorzugen. Die Studie empfiehlt nur  jenen Menschen ihren Salzkonsum zu überprüfen, die bereits einen hohen Blutdruck haben und gleichzeitig ein hoher Salzkonsum vorhanden ist.

Ist es wirklich gesund auf Salz zu verzichten?

Dieser Streit geht in die nächste Runde. Die Empfehlung, weniger Salz zu essen, findet schon seit längerer Zeit in Studien keinen positiven Nachweis. Im prestigeträchtigen Wissenschaftsjournal „The Lancet“ liefert eine Gruppe von Forschern um Prof. Andrew Mente vom Department of Clinical Epidemiology and Biostatistics, Hamilton, ON, Canada, nun auch den Verdacht, dass Salzmangel zu Herz-Kreislaufkrankheiten und frühzeitigem Tod führen kann.

Die Wissenschaftler haben herausgefunden, dass, je kleiner die Menge Salz, die eingenommen wurde, desto größer war das Risiko für Herzkreislaufkrankheiten und Tod. Ein maßvoller Salzkonsum war  daher mit den geringsten Risiken verhaftet. Nur Menschen mit hohem Blutdruck haben ein größeres Risiko eine Herzkrankheit zu erleiden, aber auch dann nur, wenn sie bisher viel Salz konsumiert hatten.

Welchen Stellenwert hat diese Studie?

Diese Studie basiert – wie viele ähnliche Studien – auf statistischen Daten, die nicht die Ursache und Wirkung beweisen können. Aber sie bestärkt Argumente, dass eine moderate Salzaufnahme, 3 bis 6 Gramm Natrium pro Tag  (7,5 – 15 Gramm Salz, NaCl) wahrscheinlich für uns alle das Beste wäre. Das stimmt ohnehin mit der durchschnittlichen Salzmenge von Konsumenten in modernen Gesellschaften überein.

Was sagen unsere Ernährungsgesellschaften?

Die Empfehlungen der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfahlen sprechen aber nur von maximal 6 Gramm täglich für Erwachsene, das ergibt einen Natriumgehalt von 2,4 Gramm. Laut  ihren Angaben liegt der Durchschnittsverbrauch von Salz bei Männern bei 10 Gramm und bei Frauen 8,4 Gramm täglich. Nach offiziellen Angaben zu hoch, nach neuesten Erkenntnissen aber in etwa richtig. Die Salzaufnahme bei einer kohlenhydratreichen und zuckerhaltigen Ernährung entspricht den gewonnenen Erkenntnissen. Sie ist auf keinen Fall zu hoch.

Konsequenzen bei LCHF

Hier müssen bei Menschen, die auf Kohlenhydrate verzichten, die Glocken läuten und sich die Frage stellen: Stelle ich meinem Körper genug Natrium (Salz) zur Verfügung?

 

Kochsalz besteht aus den beiden Mineralstoffen Natrium und Chlorid. Natrium ist verantwortlich für die Regelung des Wasserhaushaltes und die Reizübertragung von Muskel- und Nervenzellen. Chlorid ist Bestandteil der Verdauungssäfte.

 

Erfahrungsberichte zeigen, dass Menschen, die sich nach LCHF / PALEO  ernähren, häufig zu wenig Salz zu sich nehmen. Wenn man nicht aktiv auf Salzzufuhr achtet, schleicht sich nach einiger Zeit Salzmangel ein. Das geschieht unbemerkt und kann die in der Studie genannten Folgen für das Herz-Kreislaufsystem haben. Erste Anzeichen von Salzmangel sind bisweilen Muskelkrämpfe in den Beinen, besonder in der Nacht. Als bewährtes Gegenmittel hat sich im Akutfall die Einnahme von Salz mit oder ohne Wasser erwiesen.

 

Dr. Andreas Eenfeldt empfiehlt:Lass dir das Salz schmecken, es kann dir nicht schaden, wenn du so viel zu dir nimmst wie du magst. Leidest du aber unter hohem Blutdruck, musst du größere Mengen vermeiden.“

Dr. Mark Hyman erklärt in seinem Buch „EAT FAT GET THIN“ die Zusammenhänge.

Durch Verzicht auf Kohlenhydrate und Zucker sinkt auch das Insulin. Dieses hat allerdings die Fähigkeit, Flüssigkeit zu binden und im Gewebe zu speichern. Dadurch findet eine vermehrte Ausscheidung von Wasser über die Nieren statt, wobei auch der Salzvorrat, genauer gesagt das Natrium, entsorgt wird. Bei einer kohlenhydratarmen und weitgehend zuckerfreien Ernährung müssen also die Flüssigkeitsspeicher genauso aufgefüllt werden, wie die Salz- bzw. Natriumvorräte.

Dr. Mark Hyman: Eat Fat, Get Thin. Wy the Fat We Eat is the Key to Sustained Weight Loss und Vibrant Health. UK 2016, S 213, 230

Wenn man also selber kocht und auf qualitative Lebensmittel wert legt, kann es leicht passieren, dass zu wenig Salz aufgenommen wird. Bei Brot und Fertiggerichten trifft das eher nicht zu. Außerdem unterstützt das Insulin die Salzkonzentration im Blut. Niedriges Insulin zwingt uns aber auf den Salzkonsum zu achten! Zwei Teelöffel extra Salz pro Tag sind sicher nicht zu wenig. So können Muskelkrämpfe, Schwindelgefühle oder körperliche Schwäche bei Sport und Bewegung vermieden werden. Und das Salz stärkt die Reizübertragung im Herz!

Wenn Sie mehr zum Thema Salz wissen wollen, bietet der Ennsthaler Verlag ein umfassendes Werk von Helene Skoric.

Welche Rolle das Salz im Lauf der Jahrtausende für das Leben, die Kultur und die Gesundheit der Menschen spielt, hat die Autorin auf 210 Seiten nachgezeichnet.

 

Ein Dank der begeisterten Hobbywissenschaftlerin und dem Ennsthaler Verlag, die dieses Thema  gemeinsam umgesetzt haben.

Hier gehts zum Inhalt

und wie es zu diesem Buch gekommen ist, samt Leseprobe

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