Große Rubriken in Großbritannien: Mehr  Fett ist gesund!

Ich verbringe einen vier-wöchigen Aufenthalt in England, der jetzt schön langsam zu Ende geht. Dabei versuche mich auf die Lebensgewohnheiten der Menschen einzulassen. Vor allem geht es mir bei dem Aufenthalt um das Verbessern der Sprache und das Verständnis der Kultur. Dabei richtet sich meine Aufmerksamkeit natürlich auf die Essgewohnheiten, sowie auf die Restaurant- und die Medienlandschaft. Das Ergebnis von Weißbrot, Scones, Fish and Chips und einer Lawine von Fertiggerichten läuft einem ständig über den Weg: Ich habe noch nie soviele Menschen mit schwerem Uebergewicht gesehen, wie hier auf der Insel.

UK bei Übergewicht in der EU führend!

Die ofiziellen Daten dazu sind erschreckend: ca 25 Prozent der Erwachsenen Bevölkerung ist krankhaft fettleibig, bei weiter steigender Tendenz! Oder positiv ausgedrückt: ganze 30 Prozent der Männer und 40 Prozent der Frauen haben ein Normalgewicht mit einem BMI zwischen 20 und 25.

Dazu WHO Statistik im Spiegel

Wie soll das Gesundheitssystem mit dieser Seuche fertig werden? Welche Volkswirtschaft kann sich das auf Dauer leisten? Warnende Rufe sind unüberhörbar, doch die bisherigen Gegenmaßnahmen sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein, wie z.B. die Zuckersteuer auf Soda/Limos ab dem Jahr 2018. Vor dieser wachsenden Epidemie warnen immer mehr Aerzte. Die Frage steht im Raum: wie können die Mittel für die Vielzahl an Diabetikern, Herzkranken und dementen Menschen aufgebracht werden? Spendenaktionen auf der Straße und bei Veranstaltungen weisen auf die Not hin. Viele Menschen beklagen sich über das Gesundheitssystem, wer rasch Hilfe braucht ist auf eine private Versicherung angewiesen.

Die Medien wachen langsam auf und beginnen, die Ursachen des schlechten Gesundheitszustandes vieler Menschen mittleren Alters zu hinterfragen. Das Versagen des bisherigen Weges ist offensichtlich, was dazu führt, dass eine neue Generation von Wissenschaflern ihre Studienergebnisse öffentlich darlegen können. Viel zu lange wurden schlechte Studien von der Lebensmittelindustrie und der Politik zur Bewerbung von vermeintlich gesunder Ernährung genützt. Heute haben wir neue Daten und die ergänzenden Erfahrungen. Fett zu reduzieren hat zur Kohlenhydratmast geführt! Wie mit einem Holzbohrer gegen Betonwände, bearbeiten Wissenschaftler die Öffentlichkeit, wenn sie sagen: abnehmen und schlank bleiben ist nur mit einer fettreichen Ernährung möglich.

The Public Health Collaboration

Das meiste, was uns über gesunde Ernährung in den vergangenen Jahrzehnten gesagt wurde, stellt sich als falsch heraus. Wir benötigen mehr Fett, so ein neuer Bericht, veröffentlicht von The Public Health Collaboration.

Dieser Bericht von Ärzten um den bekannten Herzspezialisten Dr. Aseem Malhotra hatte im Land zahlreiche Stellungnahmen in den Massenmedien zur Folge: Hier eine Zusammenstellung auf der Seite von Andreas Eenfeldt.

 

In Deutschland, Österreich und in der Schweiz sind wir noch nicht so weit. Wir müssen uns noch ein wenig in Geduld üben. Früher oder später wird aber dieser Funke über den Ärmelkanal springen und in den deutschsprachigen Medien eine öffentliche Debatte entfachen.

 

Mehr über den Bericht der Public Health Collaboration:

PHCUK.org

PHC UK: Eat Fat, Cut The Carbs and Avoid Snacking To Reverse Obesity and Type 2 Diabetes

(Iss fett, begrenze Kohlenhydrate und vermeide das Naschen um Übergewicht und Diabetes zu reduzieren)

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