Anna liebte Zucker von klein auf!

Mit der Zeit legten sich die Kilos an. Sie war lange Zeit skeptisch, was die LCHF Ernährung betrifft. Schließlich gab sie dieser Ernährung eine Chance

Hier ihre Erfolgsgeschichte, die zur Gründung von

www.myfoodguide.ch führte.

 

Die Fragen stellt Robert Schönauer

 

 

Anna war verwundert, dass es nach längerem Anlauf doch noch gelang 40 Kilo ab zunehmen.


Im Nachhinein betrachtet sprichst du davon, dass du zuckersüchtig warst. Was waren die Ursachen? Wie begann die Sucht?

 

 

 

 

 

Ein Leben mit Übergewicht: Wer nicht der Norm entspricht lernt verdrängen. Wie war das bei dir?

 

 

 

 

 

 

Gab es Situationen, in denen du besonders unter dem Gewicht gelitten hast?

 

 

 

 

 

 

Als ich klein war, war eine Tafel Schokolade als „Samstagsbelohnung“ üblich (typisch für Schweden, wo ich aufgewachsen bin). Süßigkeiten gab es aber nur an Samstagen und ich hatte ein himmlisch gutes Gefühl. Ich wurde schon immer mehr oder weniger schwach bei Zucker. Meine Kinder bekommen heute viel weniger Zucker als ich damals, obwohl wir bei ihnen keine reine LCHF Variante verfolgen.

 

Ich glaube nicht, dass ich anders konnte als den „Kopf in den Sand“ zu stecken. Ich hatte keine gesundheitlichen Probleme und bin glücklich verheiratet mit vier wunderbaren Kindern. Aber ich war dauernd mit meinem Gewicht beschäftigt, wie ich aussah, welche Kleider zu mir passen, usw. Ich entwickelte eine Technik um mich wohler zu fühlen: einen Raum abzusuchen nach anderen, die noch mehr Übergewicht hatten als ich. Da ich aber seit Kindheit damit gelebt habe, kannte ich nichts anders.

 

Ja, selbstverständlich. Im Sommer, wenn ich mich am liebsten wie alle anderen in Rock und Kleidern gezeigt hätte, hatte ich immer warme Leggins an. Ich habe mich immer unter Handtüchern versteckt und war eigentlich für die Jahreszeit immer zu warm angezogen. Wenn ich vor anderen sprechen sollte, war meine Aufmerksamkeit mehr darauf gerichtet, wie ich aussah, als auf das, was ich sagte. Ich konnte auch mit meinen Kindern nicht Fußball spielen. Das empfand ich weiter nicht wirklich als störend, da ja der Wunsch gar nicht aufkam. Aber jetzt finde ich es sehr lustig an meinen Kindern vorbei zu dribbeln (oder eher ausgedribbelt zu werden).


Als Schwedin, die in der Schweiz lebt, hattest du das Glück über LCHF Informationen einholen zu können. Warum hast du eigentlich LCHF eine Chance gegeben?

 

Eine sehr gute Frage. Ich war lange Zeit sehr ablehnend und unwissend gegenüber LCHF. Ich glaubte, es gehe nur um Speck und Butter.

 Aber man erreicht einen Punkt im Leben an dem man nicht mehr weiter kann. Man schafft es nicht auf Dauer eine große Last im Leben zu tragen, die einen faktisch daran hindert aufzublühen. Es war nicht so sehr das Gewicht, das mich behinderte, sondern wie ich mich selbst betrachtete. Mein Selbstbild, mein Selbstbewusstsein waren am Boden. In mir hat sich ein Bild verfestigt, dass ich zu nichts zu gebrauchen bin. Da dachte ich mir, es wird schon nicht schaden, und machte den Versuch.


 Was waren anfangs deine größten Bedenken gegen LCHF?

 

 

 

 

 

 

Hast du zuvor andere Abnehmdiäten ausprobiert?

 

 

 

 

 

 

 Wie ist es dir gelungen den Schalter umzulegen, von der Fettangst zum Fettgenuss?

 

 

 

 

Du sprichst offen über deine Zuckersucht. Ist es immer noch hart, musst du immer noch die Zähne zusammenbeißen, wenn dir eine Schokolade über den Weg läuft.

 

 

 

 

 

Wieviel Kilo hast du schon abgenommen? Wie viele möchtest du noch verlieren?

 

 

 

 

 

 

Wann kam der Zeitpunkt, zu dem du beschlossen hast, bei LCHF bei LCHF zu beiben?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hattest du ein persönliches Vorbild?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gelingt es dir, deine Familie in LCHF einzubinden?

 

 

 

Hat sich der Umgang mit Freunden und Verwandten verändert? Wirst du oft auf deine Ernährung angesprochen?

 

 Das Fett. Wie gefährlich das doch sei. Aber je mehr ich darüber las und je mehr ich über Nahrungszubereitung und Stoffwechsel begriff, sah ich ein, wie natürlich z.B. Butter wäre. Ich überesse mich nicht und halte Balance aber habe keine Angst mehr vor Fett. Das Essen schmeckt außerdem viel besser mit Butter als mit Margarine.

 

Natürlich. Alles lief darauf hinaus auf die eine oder andere Art Kalorien zu sparen, was am Ende dazu führte, dass ich völlig essgestört war. Das einzige, was mich beschäftigte, war wie viel ich essen durfte. Ich hab auch blödsinniger Weise Riegel und Pulverdiäten probiert. Aber das funktionierte nicht mehr als höchstens ein paar Tage. Ich glaube ich bin zu sehr ein großer Genussmensch um mich mit solchen Sachen zu quälen.

 

Ich weiß nicht, ob ich das eher Fettgenuss oder eher Essgenuss nennen soll. Ich esse natürliches reines Essen ohne Zusätze mit richtigem Fett. Das Essen schmeckt einfach besser, man wird schneller satt und verliert den dauernden Drang nach mehr Essen. Zwischenmalzeiten esse ich kaum noch, meist reicht es mit drei Mahlzeiten am Tag.

 

Haha, nein, das muss ich wirklich nicht. Normale helle Schokolade schmeckt schrecklich. Sie ist nur süß, schleimig und widerlich und nichts worauf ich süchtig werden könnte. Daher frage ich mich, ob ich tatsächlich zu Zuckersucht neige, denn das verlockt mich nicht mehr.

 Ich kann hin und wieder dunkle Schokolade essen, meist 85 % und diese kann man nicht überkonsumieren.

 

Ich bin jetzt schon um 40 Kilo leichter. Ungefähr 7 – 10 Kilo sind noch möglich. Das hängt davon ab, wie mein Körper mitmacht. Jetzt gerade habe ich seit Oktober einen Stillstand bei – 40. Mir ist das bewusst und kein Grund mich zu stressen. Ich habe ja nicht wieder zugenommen und das bedeutet, dass ich eine Art zu leben gefunden habe, auch für die Zeit nach meiner Abnehmreise.

 

Das geschah schon nach 1 – 2 Wochen. Zunächst habe Ich das als vorübergehende Diät angesehen. Als ich erkannte, wie gut es mir ohne Zucker, Mehl und Fertigessen ging, fühlte ich mich daheim angekommen. Ich wollte schon immer gutes Essen von Grund auf für mich und meine Familie zubereiten, und dank LCHF konnte ich so viele gute Speisen essen, ohne mich wegen Kalorien stressen zu müssen. Ich weiß, manche glauben, es sei anstrengend, wenn man keine Kohlenhydrate essen darf. Aber für mich war das eine Erlösung. Ich esse, was auf meiner „Liste essen erlaubt“ steht und vermeide den Rest. Und dann esse ich, wenn ich hungrig bin, solange bis ich satt bin. Ende der Geschichte. Keine lästigen Punkte oder Kalorienberechnungen.

 

Ja, einige. My Karlsson zum Beispiel, alias „lchfingenjören“, die über 90 kg verloren hat, inspirierte mich sehr, auch wenn wir uns beim Essen unterscheiden. Aber ihr großartiger Mut über Ernährung und ihre Zuckersucht zu reden, hat mich inspiriert. Alle tollen Leute auf Instagram, die sich gegenseitig begleiten, aufmuntern und unterstützen, waren wesentlich beteiligt. Viele Beispiele gibt es auf dem Blog von Andreas Eenfeldt, www.dietdoctor.com

 

Mein Mann war von Anfang an dabei und hat eine fantastische Reise hinter sich. Er hat 25 Kilo abgenommen, aber vor allem ist er das Schnarchen losgeworden. Er hatte Schlaf-Apnoe und Atemstillstände.

 

Ja, sicher. Mindestens einmal pro Woche erhalte ich ein Mail von Menschen, die Rat suchen. Kaum zu glauben, es gibt auch kritische Stimmen. Manche glauben ich hätte zu viel abgenommen, ich sollte damit aufhören usw. Das war schon eigenartig, besonders zu Beginn. Da ging ich noch zur Verteidigung über, aber das ist jetzt vorbei. Das sagt mehr über die Person aus als über mich.


Nicht viele Menschen machen sich diese Kostform so entschlossen zu Nutze, auch wenn sie gute Vorbilder haben. Was glaubst du, würden andere Menschen brauchen um zu akzeptieren, dass ihnen weniger Kohlenhydrate und mehr Fett wohl bekommen würden?

 

Eine heikle Frage. Wie mit allen Wendepunkten im Leben ist es notwendig, dass jemand entschlossen ist, tatsächlich etwas zu verändern. Und wie man dahin gelangt ist für jeden verschieden. Ich glaube nicht, dass es möglich ist, jemanden durch Abschreckung oder durch Druck in eine andere Richtung zu bewegen. Viele sind sowohl ängstlich als auch skeptisch gegenüber diätischen Ratschlägen und in den Medien bekommt man verwirrende Antworten.  Ich glaube, wir können mit unserer Erfahrung anderen helfen, weil wir besser als alle anderen verstehen, wie es ist auf der anderen Seite zu stehen.

 Ich glaube, dass die Informationen über diese Ernährung von Person zu Person und über das Internet immer mehr Menschen erreichen. In Schweden ist LCHF nach Ansicht der Gesundheitsbehörde eine anerkannte Methode zur Gewichtsabnahme und Verringerung der Risiken für Herz-Kreislauferkrankungen. Das war vor 5 Jahren noch völlig undenkbar. Es geht langsam, aber sicher vorwärts.


Was sind deine nächsten Ziele? Gesundheitlich, beruflich?

 

 

Zu meinen beruflichen Zielen möchte ich an anderer Stelle etwas erzählen. Mein Projekt myFoodguide soll die größte Rezeptsammlung für deutschsprachige Nutzer werden.    

 Privat will ich den eingeschlagenen Weg fortsetzen und im Jahr 2016 gewichtsmäßig ans Ziel kommen. Wenn es gelang 40 Kilo abzunehmen hat man das Gefühl, nichts ist mehr unmöglich, wenn man sich ernsthaft damit auseinandersetzt. Das habe ich gelernt. Im Februar 2016 beginne ich auch ein Fernstudium zum Dipl. Ernährungs- und Lebensstilberater in Schweden. Ich freue mich darauf mehr zu lernen und bin gespannt, was daraus wird.


Willst du noch etwas mitteilen, was es den Menschen leichter machen könnte ihren Lebensstil mit LCHF zu bereichern?

 

 

 

 

 

 

 

 

Es gehört ein wenig Mut dazu LCHF auszuprobieren!

Mut zu neuen Rezepten. Mut zu einem Leben ohne Zucker, wenn auch nur anfangs für einen Zeitabschnitt. Halte durch, vieles geht vorbei. Und sei nicht zu streng mit dir. Wir begehen alle Fehler und Irrtümer. Das ist normal. Dazu noch etwas: verschiebe den Beginn nicht auf den nächsten Montag. Das funktioniert nicht. Reiß dich zusammen und fang an, jetzt. Hol dir jemanden zu Hilfe, zu dem du Vertrauen hast, mit dem du reden kannst. Denn wenn die Kilos nur so hinunter rinnen, ist es nötig viele Dinge in dir zu verarbeiten. Man wird nicht allein dadurch glücklicher, dass man weniger wiegt und ganz plötzlich mit weniger Körper da steht. Man glaubt immer noch, etwas läuft grundsätzlich falsch. Rede darüber, gehe an die Wurzel des Problems. Und setz dir nie das alleinige Ziel abzunehmen. Schlank sein ist nicht mein Fokus. Schlank kann man werden durch aushungern, durch extreme Trainingsformen und eigenartiges Extrafutter. Mein Fokus war vor allem, mich in meinem Körper wohl zu fühlen. Sowohl nach innen als auch nach außen. Das funktioniert nur mit einer Lebensstiländerung auf lange Sicht. Gib Acht auf dich und auf dein Herz. Folge nicht jedem Modetrend. Wenn z.B. alle Butter in den Frühstückskaffee mischen oder Kekse aus Proteinriegel im Mikro backen, bleibe bei deinem Plan, iss, wovon es dir gut geht, dann kommt der Rest von alleine. Genieße dabei das Leben!

 

Du darfst auch einmal eine Ausnahme machen, wie hin und wieder ein Glas Wein oder ein Stück dunkle Schokolade. Vergönn es dir einfach.


MyFoodguide - ein mediales Kochbuch mit Suchmaschine

Anna hat nie gedacht, dass ihr die Zubereitung guter Nahrung so viel Freude machen würde. Nun stellt sie ihre Kenntnisse als Rezeptsammlung für uns alle ins Netz. Und das ist noch nicht alles, wie sie uns erzählt. Sie macht aus ihrem Hobby einen Beruf.

Wie funktioniert dein Projekt myFoodguide genau. Kann man das auch nutzen, wenn man nicht in der Schweiz lebt?

myFoodguide.ch ist zuerst einmal eine Seite mit Rezepten auf Deutsch. Alle Rezepte stelle ich zur freien Verfügung ins Netz.

 

Die Idee dahinter: wir wollen ein Portal für Essenszubereitung im Internet aufbauen, wo man alle Informationen über Essen, Lebensmittel, usw. findet. Auf Google ist es unmöglich herauszufinden, was ein gutes Rezept ist. Daher wählen wir Rezepte aus, die wir für gut befinden. Unser Focus ist nicht nur LCHF, aber ich wage zu behaupten, dass wir eine der größten Rezeptsammlungen über LCHF auf Deutsch haben. Wir liefern schwedische Klassiker, wie jene von Anne Aobadia und Birgitta Höglund und Rezepte von „Suddas“ Blog (lchf.de). Demnächst vernetzen wir uns noch mit lchf-deutschland.

 

Wir machen aber nicht nur eine Seite mit herrlichen Rezepten, auch unsere Suchmaschine ist einmalig! Man kann alle möglichen Parameter eingeben. Z.B.: Dessert+LCHF-Mandelmehl+Erdbeeren. Also, ein LCHF Dessert ohne Mandelmehl aber mit Erdbeeren. Damit wird es für die Menschen einfacher ein Rezept angepasst an ihre Ernährungsgewohnheiten zu finden. Das eignet sich auch für den Besuch von Allergikern.

 

Wir verbinden jedes Rezept mit Stichwörtern (Tags), damit die Suche so effektiv wie möglich erfolgt. Die Rezepte stammen von sogenannten Foodprofilern, das sind Privatpersonen und Blogger, aber auch Firmen, die ihre Produkte anbieten. Ich habe eine Seite mit meinen eigenen Foodprofilen, also Rezepten, die ich zwischendurch ausarbeite. Wir sind immer interessiert an neuen Foodprofilen. Wenn jemand Interesse hat, kann er uns jederzeit kontaktieren: info@myfoodguide.ch

 

Wir wollen mit myFoodguide wachsen und die größte deutschsprachige Rezeptseite werden. Haha, darf man träumen?! Im Ernst: Wachstum ist nicht das Ziel an sich, sondern eine verlässliche Quelle für Rezepte und Informationen zu werden und allmählich auch für Kommunikation zur Verfügung zu stehen (Updates für Rezepte, Kommentare, Nährwertangaben usw.).

 

Im Februar 2016 begann ich auch ein Fernstudium zur Dipl. Ernährungs- und Lebensstilberaterin über ein schwedisches Institut. Es wird sehr spannend zu sehen, was ich davon auf myFoodguide umsetzen kann.

Danke Anna, das macht so richtig Appetit zum Nachforschen auf

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