Henne oder Hase? Frohe Ostern mit echten Eiern!

Wie kam es, dass den Hühnern eine Konkurrenz beim Eierlegen erwachsen ist? Evolutionär gibt es keine Hinweise darauf, auch wenn die Geschichte vom Osterhasen, der die Eier bringt, noch so oft erzählt wird. Diese Geschichte hält sich genauso hartnäckig, wie die Angst vor Cholesterin. Lange glaubten die Menschen an die Gefährlichkeit des Cholesterins in Eiern und verzichteten auf sie oder aßen sie mit unguten Gefühlen. Auch wenn schon seit längerer Zeit die Wissenschaft darauf hinweist, dass die Angst vor Nahrungscholesterin unbegründet ist, glauben die Menschen daran wie an den Osterhasen. Es dürfte damit zusammenhängen, dass der Osterhase ein gutes Geschäft ist, vor allem, wenn er in Form von Schokolade, in Alufolie verpackt, in unser Leben tritt. Der Hang zur Vermehrung „wie die Karnickel“ hat sich durch die Schokoladenindustrie bestätigt. Kann man mit Hühnereiern genau so viel Geschäft machen? Leider nicht.

 

Eine kulturhistorische Erklärung:

Bei der Ausbreitung des Christentums ab dem 4./5. Jahrhundert stießen die christlichen Mönche auf Naturreligionen, die ein Fruchtbarkeitsfest zu Frühlingsbeginn feierten. Dass das Kaninchen zu den fruchtbarsten Geschöpfen gehörte, wussten schon die Barbaren und verwendeten es als Symbol für ihren Kult. Während die einen die Auferstehung ihres Heilands feierten, feierten die anderen das erwachende Leben in der Natur. Nachdem in vielen südlichen Ländern zum Frühlingsfest ein Lamm geschlachtet wurde, ergänzte auch dieses den christlichen Speiseplan. So verschmolzen die Bräuche, religiös und weltlich, und die Menschen lernten damit ihre Feste zu gestalten. Obwohl nichts davon in der Bibel zu finden ist, fand auch das Ei Eingang in die österlichen Rituale. Mit ihm beginnt jedes Leben, es enthält alles was zum Leben nötig ist, es ist eines der gesündesten und wichtigsten Lebensmittel. Ein Ei ist das kostbarste Gut, das uns die Tiere überlassen. Schätzen wir das auch? Mit Frühstückseiern sind wir als Menschen voll versorgt und wie „neugeboren“.

 

Die Zuckerindustrie nützt die Traditionen zu ihren Gunsten. Sie verwandelt Eier in Pralinen, Hasen und Lämmer in Schokolade. Sie verharmlost den Zucker, und propagiert die Unbedenklichkeit ihrer Produkte. Dass Zucker dick macht und die eigentliche Gefahr für Herz und Gefäße darstellt, will sie nicht wahr haben.

 

Die Wahrheit ist schon längst bekannt: Cholesterin und Eier sind gesund!

Zuletzt mussten die Ernährungsratschläge in den USA revidiert werden. „Cholesterin in der Nahrung ist kein gefährlicher Nährstoff“, heißt es in den aktuellen Empfehlungen für US-Bürger für die Jahre 2016 bis 2020. Nur, wer informiert die Öffentlichkeit von dieser Klarstellung?

 

Der Körper bildet den größten Teil seines Cholesterins selber, egal, wie viel ihm durch Nahrung zugeführt wird. Eine aktuelle Langzeitstudie der University of Eastern Finnland (ca. 21 Jahre) hat an mehr als 1000 finnischen Männern im Alter von 21 bis 60 Jahren bestätigt, dass ein hoher Cholesterinverzehr nicht mit einem höheren Risiko für einen Herzinfarkt in Zusammenhang steht. Ein Ei enthält ca. 240 Milligramm Cholesterin. Die Versuchspersonen verzehrten mehr als die doppelte Menge, 520 Milligramm Cholesterin täglich, ohne das Risiko für Herz- und Gefäßkrankheiten zu erhöhen. Unter den Probanden waren ein Drittel Träger einer Erbsubstanz mit einer Genvariante, bei der sich die Aufnahme von Cholesterin stärker auf den Cholesterinspiegel auswirkt als bei anderen. Auch für diese Gruppe kam Entwarnung. Zur Studie

Der "Eiertanz" der Fachgesellschaften

Die Frage, was sind gesunde Fette, muss neu beantwortet werden. Gesättigte Fette kommen überwiegend in Säugetieren vor. Biologischbetrachtet ist der Mensch ein Säugetier. Der Anteil an gesättigten Fettsäuren beträgt beim Menschen zwischen 31 bis 44 Prozent (der Rest sind einfach- und mehrfach ungesättigte Fettsäuren). Warum sollte die Aufnahme dieser Fettsäuren, die für unseren Körper lebenswichtig sind, mit der Nahrung schädlich sein? Die Angst vor tierischen Fetten hat die Tore für verarbeitete pflanzliche Öle weit geöffnet und liefert einen wesentlichen Beitrag zu chronischen Zivilisationskrankheiten. Wissenschaftler weisen immer häufiger darauf hin, dass es keine ursächlichen Zusammenhänge zwischen gesättigtem Fett und Herzkrankheiten gibt.

 

Auf die Frage, warum die Ernährungsgesellschaften immer noch auf ungesättigte pflanzliche Fette setzen, gibt es nur eine Antwort: die Lebensmittelindustrie lebt von dieser Angst, um billige pflanzliche Rohstoffe zu verarbeiten und als gesunde Öle teuer zu verkaufen. Die Pharmaindustrie, wirtschaftlich eng mit ihr verflochten, macht Angst vor Fett und bewirbt ihre Cholesterinsenker (Statine) um ihren Renner so lange wie möglich am Markt halten zu können.

Jetzt kann das Osterfest der Anfang sein, über Cholesterin und gesättigtes Fett nachzudenken. Wäre das nicht auch eine persönliche Erweckung? Eine Wiedergeburt von Energie, von Leben und neuer Kraft. Aufstehen gegen falsche Ratschläge und mit Eiern von glücklichen Hühnern ein gesünderes Leben beginnen?  Die Angst vor Cholesterin und gesättigtem Fett dorthin zu versetzen, wo der Osterhase schon längst zu Hause ist: im Reich der Mythen und Märchen!

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