Herzkrank durch Zucker, Freispruch für Fett! Paradigmenwechsel in Schweden.

Dr. Stefan Branth (links), Chefarzt am Akademischen Krankenhaus Uppsala, Institut für medizinische Wissenschaften und kardiovaskuläre Epidemie.

 

Dr. Mattias Carbascio (rechts), Chefarzt und Dozent für Herzchirurgie am Karolinischen Universitätskrankenhaus in Stockholm

Schwedisches Video: "Malou Efter Tio" vom 8.2.2016 auf TV4

„Probleme mit dem Herzen bekommt man nicht vom Fett, sondern vom Zucker!“

 

Sagen zwei prominente Ärzte im schwedischen Fernsehen. Dieser Meinungsumschwung kündigt sich seit einigen Jahren weltweit an, denn aktuelle wissenschaftliche Studien finden keinen Zusammenhang zwischen Fett und Herzkrankheiten. Ist uns Schweden wieder einmal um ein Jahrzehnt voraus? Im Norden Europas haben Massenmedien dieses Thema schon längst aufgegriffen. Nun beteiligt sich auch das öffentlich rechtliche Fernsehen an der Aufklärung.

In einer populären Sendung bringt Malou von Sivers auf TV4 regelmäßig Interviews zu gesellschaftlich relevanten Themen.  Diesmal  spricht sie mit zwei angesehenen Wissenschaftlern und Ärzten über die Ursachen und Behandlung von Herzproblemen.


Dr.Mattias Corbasco: Das Problem mit dem Herz kommt nicht vom Fett, sondern vom Zucker

 

Malou von Sivers: Klingt wohl etwas drastisch!

 

Dr. Mattias Corbasco: Es ist nicht so, dass wir genauso fett vom Fett werden, wie grün vom Grünzeug. Die Debatte verläuft auf einer schiefen Ebene, in der man, ausgehend von den USA, sehr stark auf eine Senkung des Fetts in der Nahrung Wert legte. Damit ist es aber nicht gelungen die Erkrankungen der Herzkranzgefäße zu senken. Genau das Gegenteil ist passiert. Typ-2 Diabetes und Herzkreislauferkrankungen haben zugenommen, indem man die Menge an Fett verringerte und den Zucker im Essen vermehrte. Und es ist der Zucker, der diese Krankheit verschuldet.

 

Malou: Was geschieht eigentlich? Es sind ja unglaublich zarte Blutgefäße, von ein bis zwei Millimeter Durchmesser, die verstopft werden können. Geschieht das durch Zucker?

 

Dr. Mattias Corbasco: Ein über längere Zeit hohes Zuckerniveau verursacht eine Entzündung und am Ende eine Verstopfung oder Verengung in einem Herzkranzgefäß. An der Stelle der Verengung reicht die Blutversorgung für einen Teil des Herzmuskels nicht aus und man bekommt einen Herzinfarkt.

 

Malou: Stefan, kannst du zeigen, was in den Gefäßen vor sich geht? Du sagst doch, dass sich das Fett einlagert.

 

Dr. Stefan Branth: Ja, es ist eine Mischung aus Fett und Kalk, genannt Plaque, die sich ablagert. Dadurch entsteht eine Verengung. Im Blut ist aber immer Fett vorhanden. Das Problem ist, dass man nicht so einfach sagen kann, dass sich Fett ohne weiteres ablagert. Es sind andere Vermittler notwendig, wie z.B. Zucker. Hat man zu viel Zucker im Blut, entstehen freie Radikale, die diesen zarten Blutgefäßen Schaden zufügen. Damit startet ein Abwehrmechanismus, der an dieser schadhaften Stelle Fett absondert. Das ist eine sehr vereinfachte Erklärung für einen komplizierten Mechanismus.

Der Vergleich mit der Feuerwehr

Immer wenn es brennt sind Feuerwehrmänner zur Stelle, wenn in den Blutgefäßen Entzündungen auftreten, finden wir Cholesterolablagerungen. Was könne wir daraus schließen? Sind die Feuerwehrmänner schuld, wenn es brennt? Ist das Fett Schuld an der Ablagerung?

            Kritische Stimmen finden zuwenig Resonanz!

Die Diskussion über Fett oder Kohlenhydrate zieht sich über Jahrzehnte. Kein Wunder, dass jetzt, wo wir bessere wissenschaftlichen Methoden und neuen Erfahungen besitzen, die Debatte wieder aufflammt.

1.Beispiel: Die Framingham Heart Study

Die "Framingham Heart Study" ist bis heute die größte Beobachtungsstudie an einer geschlossenen Bevölkerungsgruppe. Doch, der jahrzehntelange Vergleich der Ernährungsgewohnheiten von tausenden Einwohnern der Kleinstadt Framingham, Massachusets, mit ihren Krankheiten passte nie ins offizielle Schema.

Bereits 1993 ging ein Studienmitarbeiter mit einer Warnung an die Öffentlichkeit:

 

„Die Hypothese, dass hoher Fett- oder Cholesterinverzehr Herzerkrankungen bewirkt, wurde schon mehrfach widerlegt, doch aufgrund eines komplizierten Zusammenspiels aus Stolz, Profitdenken und Vorurteilen wird sie von Wissenschaftlern, Unterhaltungsindustrie, Lebensmittelkonzernen und sogar Regierungseinrichtungen weiterhin genutzt. Die Öffentlichkeit wird mit einer der größten gesundheitlichen Fehlinformationen des Jahrhunderts getäuscht.“

(Dr. George V.Mann, participating researcher in the Framingham study and author of
 CORONARY HEART DISEASE: THE DIETARY SENSE AND NONSENSE, Janus Publishing 1993.)

2. Beispiel: TIME bedauert wissenschaftliche Fehlleistung

1986:

Cholesterol: Und jetzt die schlechte Nachricht

2014

Fast 30 Jahre später derselbe Autor Bryan Walsh mit

der guten Nachricht:

Esst Butter. Die Wissenschaft erhob Fett zum Feind. Warum das falsch war.


Das US Nachrichtenmagazin TIME rief dem Zeitgeist entsprechend im Jahre 1986 zum Verzicht auf Fett und Cholesterin auf. 30 Jahre später musste dieses Magazin seine Meinung revidieren und sich bei den Lesern entschuldigen: “Esst Butter. Die Wissenschaft erhob Fett zum Feind. Warum das falsch war.“

 

Gibt es auch bei uns Ärzte, die den Mut aufbringen, ihre alten Ansichten zu überprüfen? Mit einer fettbetonten und kohlenhydratarmen Ernährung können sie Ihrer Gesundheit viel Gutes tun und mit Ihren Blutwerten den einen oder anderen Arzt überraschen.

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    hubert wimmer (Sonntag, 27 März 2016 14:28)

    sehr gute Informationen.