US-Magazin TIME bestätigt: Kohlenhydrate sind die Übeltäter, nicht die Kalorien!

Wieder geht eine Nachricht durch ein Leitmedium der USA. Das Magazin TIME erklärt in seiner Ausgabe vom 28. Dezember 2015 den Lesern, das Spiel mit unwissenschaftlichen Ernährungsratschlägen sei vorbei. Heute bestehen bessere wissenschaftliche Erkenntnisse als in den vergangenen Jahrzehnten. Verarbeitete Kohlenhydrate und Zucker sind nicht mehr Teil einer gesunden Ernährung. Warum sie schädlich sind, erfahren die Leser des TIME Magazins in regelmäßigen Abständen. (Zuletzt Im Juni 2014 „Esst Butter. Warum Wissenschaftler das Fett zum Feind erklärten. Warum sie falsch lagen“). Den neuesten Stand der Forschung und die daraus abgeleiteten Regeln für den täglichen Bedarf, lesen Sie hier:

 

Übersetzung von Robert Schönauer

Foto: Andreas Eenfeldt, Bearbeitung von Robert Schönauer

 

Bestimmte  Nahrungsmittel können in Verbindung mit Gewichtszunahme stehen.

 

Die Formel für Gewichtskontrolle war seit Jahrzehnten immer dieselbe: Die Kalorien beim Essen kontrollieren und zusätzliche durch Bewegung verbrennen. Der Fehler an dieser Rechnung besteht darin, dass sie von der Annahme ausgeht, es wäre egal was man isst, und man würde nicht zunehmen, solange man auf eine Begrenzung der Kalorienmenge achte. Jetzt aber haben die Experten erkannt, dass Kalorien, nehmen wir die von Crackern, nicht das gleiche bewirken wie die von Heidelbeeren – zumindest nicht in Bezug darauf, was der Körper damit macht.

 

Neue Evidenz zeigt, dass verarbeitete Kohlenhydrate (wie jene in Crackern) den Insulinspiegel rasch anheben. Insulin dient als Hormon, das Alarm schlägt, damit der Körper die Kalorien im Fall einer Nahrungsknappheit hortet.

 

Dieser krisenhafte Modus legt die Kalorien regelmäßig zur Vorratsspeicherung in Fettzellen an. Das Resultat ist ein Stoffwechsel, der von einer Minute zur anderen nicht mehr genug Brennstoff liefert. Rate was als nächstes passiert? Hunger. Und wieder wird mehr gegessen. „Kalorien einschränken erfasst nicht das zu Grunde liegende Problem, das darin besteht, dass zu viele Kalorien in Fettzellen gelenkt werden“, sagt Dr. David Ludwig, Professor für Pädiatrie am Bostoner Kinderkrankenhaus und an der Harvard Medical School und Autor des in Kürze erscheinenden Buches Always Hunger?

 

„Das Problem ist nicht so sehr die Frage der Kalorienmenge, sondern ihre Verteilung“ – das heißt, ob sie in Form von Fett als Vorrat gespeichert werden oder den Zellen zum sofortigen Einsatz zur Verfügung stehen. „Wenn sie nicht am richtigen Platz landen, macht das einfache Verringern die Situation noch schlimmer“.

 

Ludwig ist der Meinung, dass Fettzellen „rücktrainiert“ werden können, wenn Menschen die richtige Nahrung zu sich nehmen. Oliven und Nussöle, genauso wie bestimmte gesättigte Fette, in Vollmilch und dunkler Schokolade, neigen nicht dazu, derartige Insulinspitzen zu verursachen, die zu so vielen Problemen führen. Tatsächlich kann richtiges Essen sogar mit einer vermehrten Verbrennung von Kalorien in Zusammenhang stehen. In einer Studie von Ludwig aus dem Jahr 2012 ernährte sich eine Gruppe von Teilnehmern jeweils einen Monat lang von drei unterschiedlichen Diäten. Nur durch den Verzehr von leichteren Ölen und weniger Kohlenhydraten – einer im Wesentlichen mediterranen Ernährung – verbrannten die Teilnehmer gleichviel Kalorien, wie durch Bewegung auf einigermaßen kraftvollen Niveau.

 

Ihr Stoffwechsel konnte Kalorien effizienter verbrennen. „Die Qualität des Essens zu ändern, führt dazu, nicht gegen den Körper zu kämpfen um abzunehmen, sondern dazu, mit ihm zusammen zu arbeiten“, sagt Ludwig. „Das ist ein völlig neues Ballspiel.“

 

ALICE PARK

 

In: TIME Vol: 186,No.27-28 / 2015 S 89 – 93 The latest science on what you schould eat. A TIME Primer.

 

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