Der Anfang vom Ende der Fetthysterie!

Washington Post: „Kongress: Wir müssen die Ernährungsleitlinien für die Amerikaner überprüfen“

Congress: We need to review the Dietary Guidelines for Americans

 

Diese Nachricht gleicht einer Sensation: Der amerikanische Kongress hat kürzlich eine Neubewertung der Leitlinien zur Ernährung beschlossen. Zum ersten Mal in der 35-jährigen Geschichte der amerikanischen Ernährungsprogramme.

 

„Das ist deshalb von großer Bedeutung, da der Kongress erstmals festgestellt hat, dass es Probleme mit der Vorgansweise um die Ernährungsrichtlinien gibt“, sagt David McCarron, Forscher an der Abteilung für Ernährungswissenschaften an der University of California-Davis. …“In Vielem hat die Wissenschaft heute den Gegenbeweis angetreten, was vor 40 Jahren als gültig angesehen wurde. Leider hat die Welt der Wissenschaft nicht die Absicht von vorne anzufangen“.

 

Alle 5 Jahre werden die amerikanischen Leitlinien zur Ernährung dem Stand der Wissenschaft angepasst. Aus diesem Anlass hat eine Kommission Vorschläge für das Landwirtschaftsministerium abgeliefert, die einem Teil der Wissenschaft nicht weit genug gehen. Einerseits wird das Cholesterin in der Nahrung für unbedenklich erklärt, andererseits hält das Komitee das gesättigte Fett immer noch für einen Feind. Weiters wird kritisiert, dass nicht alle Kostformen für die wissenschaftliche Bewertung herangezogen wurden. So fehlt die Bewertung von Studien, welche kohlenhydratarme Ernährungsweisen berücksichtigen.

 

Es stellte sich heraus, dass ein Teil des Komitees, welches die Vorschläge ausgearbeitet hat, auch für die Lebensmittel- und Zuckerindustrie tätig ist. Eine heftige Debatte über die Integrität der Berater brach aus, die in einem Artikel in dem angesehenen Wissenschaftsjournal British Medical Journal vom 23. Sept. 2015 ihren Ausdruck fand.

 

Der Ruf der Beratungskommission war angekratzt. Der Kongress sollte die Vorschläge absegnen, tat es aber nicht. Zweifel an der Integrität der Berater mussten erst einmal beseitigt werden. Er beschloss eine umfassende Überprüfung der Methoden und Auswahl der Studien, die beim Zustandekommen der Leitlinien eine Rolle spielen. Im Haushaltsentwurf wurde 1 Million US Dollar zur Überprüfung durch die National Academy of Medicine bereitgestellt. Der republikanische Sprecher des Ausschusses, Collin C. Peterson, definiert den Auftrag: „Der gesamte Prozess der Entstehung der Ernährungsrichtlinien muss überarbeitet werden, ehe zukünftige Leitlinien herausgegeben werden. Ich hoffe, das wird dazu beitragen, die Leitlinien zur Ernährung als wissenschaftsbasiert anzuerkennen. ……ich weiß nicht, wie viele Amerikaner sie überhaupt noch befolgen“.

 

Die Kritiker fordern, dass die Leitlinien rascher den wissenschaftlichen Erkenntnissen angepasst werden. Was für das Cholesterin in Fleisch und Milchprodukten gilt, muss auch für gesättigtes Fett allgemein gelten.

 

Welche harten Auseinadersetzungen bevorstehen, spricht auch David McCarron, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Department of Nutrition an der University California-Davis an: „Das ist ein wichtiger Schritt, denn der Kongress hat zum ersten Mal anerkannt, dass es ein Problem mit dem Prozess der Ernährungsleitlinien gibt. Viele Aussagen, die vor 40 Jahren Gültigkeit hatten sind aber heute von der Wissenschaft widerlegt. Bedauerlicherweise ist die wissenschaftliche Gemeinde manchmal nicht zum Rückzieher bereit“.

 

Sämtliche Zitate aus

Washington Post

Nina Teichholz: The scientific report guiding the US dietary guidlines is it scientific? BMJ 2015,351:h4962

Andreas Eenfeldt: dietdoctor.com

 Bild: https://www.ugb.de/bilder/05-038.gif

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