Trägt Fleischkonsum zum Klimawandel bei?          

Nur artgerechte Tierhaltung, nicht Massentierhaltung ist der Weg!

Kommentar von Robert Schönauer

 

Neulich befragten mich Freunde über meine Art zu essen. Kohlenhydrate durch Fett zu ersetzen schien ihnen schon ein wenig kryptisch. Dass es für mich wunderbar passt, konnte ich glaubhaft machen. Dass mein Fall auf andere übertragbar wäre, war für sie kaum vorstellbar.

 

Schnell kamen wir auf das Weltklima zu sprechen, das gerade in Paris bei der Weltklimakonferenz zur Debatte stand. „Wenn die ganze Welt Fleisch essen würde, könne man die Erderwärmung nicht bremsen“, so der Tenor. Damit war ich schon in der Rolle des Verteidigers, denn wenig Fleisch ist angeblich besser für die Welt, so die weit verbreitete Theorie.

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Meine Antwort: „Mir geht es jetzt nicht um die Rettung der Welt, sondern um meine persönliche Gesundheit. Die Rettung der Welt wird sich mit keiner bestimmten Ernährung allein beeinflussen lassen.“

 

Am Tag danach begann ich zu grübeln, was ich noch alles sagen hätte können, wenn Interesse daran bestanden hätte……

 

Das Versprechen von Paris, eine Erderwärmung von deutlich weniger als 2 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit anzustreben, klingt äußerst ambitioniert. Wann und wie steht zwar noch in den Sternen. Aber das Ziel steht fest.

 

Tragen wir als Verächter der Kohlenhydrate und Verehrer des Fleisches mehr als andere zum Ausstoß der Treibhausgase bei?

 

Fragen, die in Diskussionen ganz schnell aufkommen, auf die es aber keine einfachen Antworten gibt.

 

Schnell sind wir uns einig, dass die derzeitige Art der Massentierhaltung schlicht weg abzulehnen ist. Dann aber scheiden sich die Geister.

 

Kann die Weltbevölkerung ohne Massentierhaltung mit dem nötigsten Fleisch versorgt werden? Wo doch jetzt schon in Ländern auf dem Sprung zur Industriegesellschaft die Fleischeslust dramatisch steigt!

 

Die Ursache der Klimaerwärmung muss klar benannt werden. Es ist die Industrialisierung, die für den Klimawandel verantwortlich ist, und zwar durch den Abbau fossiler Energieträger (Erdöl, Erdgas, Kohle) und die Freisetzung von Kohlenstoff. Die Produktion von jedweder Nahrung, egal ob pflanzlich oder tierisch, wurde dem Diktat der industriellen Produktion unterworfen. Sicherlich mit dem Erfolg, die Menge an Lebensmittel zu steigern und den Preis zu senken. Eine weltweit wachsende Bevölkerung konnte einigermaßen versorgt, aber keineswegs gut ernährt werden. Hungersnöte gingen zurück. Der Preis dafür ist unter anderem minderwertige, verarbeitete Nahrung, unwürdiger Umgang mit Tieren, Verarmung der Böden bis zur Wüstenbildung. Die Natur schlägt zurück, in Form des Klimawandels und einem Anstieg von Zivilisationskrankheiten.

 

Wir stehen vor einer fast unlösbaren Aufgabe. Wenn der Beschluss der Pariser Klimakonferenz umgesetzt werden soll, aus der Verbrennung von Kohlenstoff auszusteigen, muss auch die Lebensmittelproduktion radikal verändert werden. Kein Bereich kann das so gut, wie kleinstrukturierte bäuerliche Betriebe.

 

Beispiele gibt es noch: Kleinbauern, Selbstvermarkter, oder Food-Kooperativen auf Seite der Erzeuger und Händler, sowie bewusste Konsumenten, die ab Hof oder auf Märkten einkaufen, oder zu nachhaltig produzierten Produkten in Supermärkten greifen. In Dritte Welt Ländern versorgen Familienbetriebe den Großteil jener Bevölkerung, die (noch) nicht in die Städte abgewandert ist.

 

Genau dies ist unser Weg. LCHF kann mit dem Fokus auf Qualität und einem transparenten, kurzen Weg vom Erzeuger zum Verbraucher, ein Vorreiter sein im Kampf gegen die Treibhausgase.

 

Gewiss, wir sind erst am Anfang. Aber wir brauchen nicht warten, bis Regierungen die Regeln vorschreiben. Ein Jammern über untätige Politiker ist nicht notwendig. Viele Menschen die sich der kohlenhydratarmen Ernährung verschrieben haben, leisten schon jetzt einen persönlichen Beitrag. Eine artgerechte Tierhaltung (Weidetiere) zu unterstützen, ist Teil einer verantwortlichen Kaufentscheidung.

 

Qualitative tierische Produkte tragen wesentlich zu unserer Gesundheit bei. Voraussetzung ist, dass die Tiere achtsam behandelt werden, in ihrer natürlichen Umgebung leben können und mit dem gefüttert werden, woran sie angepasst sind. Hochleistungsvieh, ein Schandfleck unserer Gesellschaft, ist bei uns nicht gefragt. Die Nachfrage ist stark im Wandel. Ein Bewusstseinswandel ist im Gang.

 

Moderne Technologien werden zum Austausch von Wissen und Vertrieb von Gütern genützt. Nützen wir die Chance bei der Beschaffung von natürlichen Lebensmitteln.

 

Ich war heute auf dem heimischen Bauernmarkt. Eine halbe Stunde vor der offiziellen Öffnung war schon ein Gedränge vor den Ständen. Erstaunlich, wie viele Menschen natürliche Lebensmittel beim Hersteller kaufen um der eigenen Gesundheit willen und damit unabsichtlich einen kleinen Beitrag zur Besserung des Weltklimas leisten.

 

Dazu Artikel: Salat oder Speck

 

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