Fett ist ein wesentlicher Teil unserer Ernährung

Die Grundlage für die überholte fettarme Ernährungsideologie aus den 1950-er Jahren war die Theorie, dass gesättigtes Fett (meist tierischer Herkunft) das Cholesterin erhöht und dass ein erhöhtes Cholesterin für das Herz schädlich sei.

Jedoch konnte nie nachgewiesen werden, dass natürliches Fett das Risiko für Herzerkrankungen erhöhen würde. Moderne große Studien zeigen keinen wie immer gearteten Nutzen einer Einschränkung von Fett insgesamt, gesättigtem Fett oder Cholesterin. Wahrscheinlich schadet fettarme Ernährung mehr der Gesundheit als sie ihr nutzt.

Die aktuelle Wissenschaft zum Thema Blutfette entspricht bei weitem nicht mehr den vorherrschenden Ansichten in der Bevölkerung. Was wir heute sagen können, führt bei so mnchen Experten noch zu Kopfschütteln, Ungläubigkieit und Staunen. Die Studienlage wurde mehrfach überprüft mit der Erkenntnis, dass die Fettangst zu keiner Zeit eine ernstzunehmende wissenschaftliche Evidenz hatte.

 

Was ist Cholesterin, und ist es gefährlich?

Cholesterin ist ein lebenswichtiger Stoff. Es ist ein notwendiger Baustein in jeder Zelle des Körpers. Cholesterin ist in der Zellmembran eingelagert, stabilisiert diese und schützt die Zellen.

Weiters ist das Cholesterin ein Baustein für alle Steroidhormone, wie die Geschlechtshormone Testosteron und Östrogen. Wahrscheinlich liegt darin die Erklärung, dass cholesterinsenkende Medikamente zu einem schlechteren Sexualleben führen dürften. Auch Vitamin-D ist ein Steroidhormon, das unter Mitwirkung von Cholesterin entsteht.

Ob das Cholesterin ein gesundheitliches Risiko darstellt hängt wesentlich von seiner Zusammensetzung ab. LDL (Low Density Lipoprotein) transportiert Blutfette über das Blut von der Leber zu den Zellen und Organe, HDL holt die Restbestände wieder ab und führt sie zurück in die Leber zur Wiederaufbereitung. Da beide Arten sehr wichtig sind, muss sich ein Arzt ein Bild über die Verteilung machen. Ein einziger erhöhter Wert allein hat sicher keine Aussagekraft. Vielmehr gilt, je höher das HDL („gutes Cholesterin“) desto besser für die Gesundheit, auch wenn das Gesamtcholesterin über den Grenzwerten liegt. Wird viel gesättigtes Fett gegessen, steigt in den meisten Fällen auch das HDL-Cholesterin.

 

„Hohes“ Cholesterin ist sehr häufig

Die Arzneimittelindustrie schafft leider das Problem: sie will ihre Medikamente zur Senkung der Blutfette nicht nur an jene verkaufen, die nachweislich davon einen Nutzen hätten. Sie will so viel wie möglich davon unters Volk bringen.

So gibt z.B. einer der weltgrößten Arzneimittelhersteller, Pfizer, auf seiner Webseite einen Cholesterinwert unter 200 mg/dl für erstrebenswert an. Dafür steht das Medikament Lipitor bereit. Dieser Blockbuster in der Pharmabranche ist das meist verkaufte Medikament weltweit, und wesentlicher Faktor für das ständige Wachstum des Unternehmens.

Die Bedeutung der „Cholesterinsenker“ wird erst bewusst, wenn man sieht, wie häufig Cholesterinwerte von 200 mg/dl und darüber gemessen werden. Jeder zweite gesunde 30 Jährige liegt darüber, genauso wie 95 % aller 60 Jährigen.

Das Problem mit den Cholesterinsenkern: Es fehlt der Nachweis, dass Medikamente, welche die Blutfette senken, die Gesundheit verbessern. Noch weniger Beweise gibt es, dass eventuelle Vorteile die Nachteile überwiegen. Die häufigsten Nebenwirkungen sind Muskelschmerzen und Muskelschwäche. Schlimmer noch: Statine erhöhen das Risiko für Diabetes.

 

Prestige verhindert Paradigmenwechsel!

Die Zusammenhänge zwischen Nahrungsfett und Cholesterinwerte sind den Cholesterinforschern längst bekannt und werden nicht bestritten. Leider ist ihr Wissensstand immer noch völlig gegensätzlich zu herrschenden Meinung in der Öffentlichkeit. Immerhin  hat das amerikanische Landwirtschaftsministerium, zuständig für die Ernährungsrichtlinen ihrer Bürger, diesen Kurswechsel vollzogen: „das Nahrungscholesterin ist für Blutfette irrelevant. Nahrungscholesterin liefert keinen Beitrag für Herz-Kreislauferkrankungen“. Sie dürfen sich ihre Eier wieder schmecken lassen.

 

Es war also vergeblich und möglicherweise sogar schädlich: wir haben uns bemüht, fettarm zu essen. Das Fett haben wir weggeschnitten und uns auf die Sättigungsbeilagen gestürzt. Ohne es zu ahnen sind wir damit in die Zuckerfalle geraten. Billige Kohlenhydrate füllten unsere Mägen und hielten den Blutzucker auf hohem Niveau.

Die Folgen: Die Angst vor Fett verleitete uns zu scheinbar gesunden Lebensmitteln: vermehrt Getreideprodukte, Hülsenfrüchte, viel Obst, magere Milchprodukte, allesamt voller Zucker und Stärke. Um davon satt zu werden, bedarf es immer wieder Nachschub. Der Blutzucker überflutet ständig die Blutbahn. Das Insulin kann seine Wirkung, den Zucker in Energie umzuwandeln, immer weniger erfüllen. Energie aus zu großen Mengen Zucker wird letztendlich als Körperfett angelegt.

Fettangst ist eine häufige Ursache von Stoffwechselstörungen, da sie in die Zuckerfalle tappen lässt.  Die Folgen sind unsere Zivilisationskrankheiten, wie Übergewicht, erhöhtem Blutzucker, Diabetes und darauf folgende Herzerkrankungen.

Der Paradigmenwechsel hat bereits begonnen. Es liegen klare Beweise vor: wir können bedenkenlos mehr Fett essen, auch um satt zu werden. Die Kohlenhydrate stehen auf der Liste der zu vermeidenden Lebensmittel. Wir sollten nicht mehr länger warten, bis die führenden medizinischen Autoritäten diesen Irrtum der letzten Jahrzehnte eingestehen.

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